Bauen

Ob Neubau oder energetische Sanierung, die anfallenden Kosten sind für Eigentümer und Bauherren stets ein zentrales Thema. So groß der Wunsch nach einer nachhaltigen Bauweise häufig ist – oft werden teure Mehrkosten gefürchtet. Doch wie teuer ist nachhaltiges Bauen wirklich?

In unserem Ratgeber zeigen wir Ihnen kompakt auf, wie Sie Kosten und Nutzen einer nachhaltigen Bauweise miteinander vergleichen sollten, welche Möglichkeiten zur Förderung es gibt und weshalb der Kostenfaktor alleine nur wenig Aussagekraft besitzt.

Die wichtigsten Informationen in Kürze

  • Auch wenn eine nachhaltige Bauweise oft Mehrkosten mit sich bringt, ist diese nicht losgelöst von der Wertsteigerung der Immobilie und einer möglichen Förderung zu betrachten.
  • Höhere Investitionen in eine nachhaltige Bauweise können sich langfristig auszahlen, vom Werterhalt der eigenen Wohnimmobilie bis zum lukrativen Verkauf der Immobilie in Zukunft.
  • Eine Refinanzierung durch steuerliche Vorteile oder zinsgünstige Kredite kann Eigentümern einen großen Teil der Mehrbelastung nehmen und die Entscheidung positiv beeinflussen.
  • Alleine die Zertifizierung einer nachhaltigen Bauweise wirkt sich in vielen Fällen als wertsteigernd aus und sollte als weicher Entscheidungsfaktor berücksichtigt werden.

Hand aufs Herz: Ist nachhaltiges Bauen teuer?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage lässt sich seriös nicht geben. Sicherlich ist die Wahl einer nachhaltigen Variante im Vergleich zu Standardlösungen oft mit Mehrkosten verbunden. Allerdings ist „teuer“ der falsche Blickwinkel, die anfallenden Mehrkosten sind nicht das alleinige Kriterium. Zwei Aspekte gehen bei Bauherren und Eigentümern aufgrund fehlender Expertise häufig unter:

  1. Förderhebel: Die anfallenden Mehrkosten sind in den meisten Fällen nicht alleine zu tragen. Dank der Förderprogramme von KfW, BAFA sowie Ländern und Gemeinden lässt sich je nach Baumaßnahme der Eigenanteil an den Kosten erheblich senken. Dies gilt neben Neubauten nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG, Stand Juli 2026) selbst für energetische Sanierungen, z. B. bei Installation einer Wärmepumpe oder Pelletheizung einkommensabhängig bis zu 70 %. Das Qualitätssiegel nachhaltige Gebäude (QNG) fungiert hier als Indikator für eine maximale, staatliche Förderung und dürfte dies auch zukünftig mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) tun.
  2. Wertbeitrag: Geleistete Mehrkosten sorgen für einen höheren Mehrwert der Immobilie. Dies gewinnt an Bedeutung, wenn früher oder später über einen Verkauf der Wohnimmobilie nachgedacht wird oder diese von Beginn an als Anlageobjekt fungiert. Die Wertsteigerung kann je nach Marktlage die zusätzlichen Investitionskosten ausgleichen und perspektivisch sogar übersteigen.

In beiden Bereichen ist externe Expertise unerlässlich, um eine fundierte Entscheidung für das nachhaltige Bauen und die hiermit verbundenen Kosten zu treffen. Hierzu kann eeule im Bereich der Nachhaltigkeitszertifizierung und einer möglichen QNG-Förderfähigkeit einen wertvollen Beitrag leisten.

Wie entstehen die Mehrkosten beim nachhaltigen Bauen konkret?

Im Wesentlichen sind für anfallende Mehrkosten drei Positionen zu unterscheiden:

  1. Direkte Zertifizierungsgebühren
    In Deutschland gibt es fünf akkreditierte Zertifizierungsstellen (DGNB, BNB, BiRN, NaWoh, LNB), ihre Zertifizierung ist die Basis für den möglichen Erhalt des QNG-Siegels. Welches Zertifikat zu erwerben ist, hängt vom Gebäudetyp (Privat, Gewerbe), der Gebäudeart (Neubau, Sanierung Altbau) und weiteren Faktoren ab und der Zielsetzung der nachhaltigen Zertifizierung ab. Dies spiegelt sich auch in den zu zahlenden Gebühren für die Zertifizierung wider.
  1. Material- und Servicekosten
    Für Baumaterialien und Dienstleistungen fallen Kosten an, wobei die Mehrkosten wesentlich vom angedachten Ausgangsstandard abhängig. Der Mindeststandard als Effizienzhaus EH-55 ist bei Neubauten ohnehin einzuhalten. Hier zu starten und z. B. ein EH-40 anzustreben, bringt höhere „Mehrkosten“ mit sich, als wenn ohnehin ein Effizienzhaus 40 geplant wurde und viele nachhaltige Kriterien schon erfüllt sind.
  1. Planung und Dokumentation
    Nachhaltige Bauprojekte setzen eine intensivere Planung und einen höheren dokumentarischen Aufwand voraus. Dieser kann je nach System erheblich variieren, da die verschiedenen akkreditierten Zertifizierungsstellen mehr oder weniger hohe Anforderungen in puncto Nachhaltigkeit stellen. Dies fließt unmittelbar in den Aufwand für den Nachweis und die Dokumentation ein. Hier ist es dringend zu empfehlen, das gesamte Projektmanagement über eine zentrale, digitale Lösung wie eeule abzuwickeln, um den Aufwand auf ein Minimum zu reduzieren.

FAQ - Mehrkosten

Mit Blick auf den Energieverbrauch und die Instandhaltung nachhaltiger Immobilien wird sich die höhere Erstinvestition mit den Jahren amortisieren. Unter diesem Blickwinkel fallen keine Mehrkosten im eigentlichen Sinne an, da Sie ohne derartige Maßnahmen langfristig die gleichen Kosten tragen würden.

In einzelnen Fällen kann ein kluger, nachhaltiger Ansatz sogar zu Kosteneinsparungen führen. Beispiele sind die Nutzung intelligenter Technik oder eine Gebäudeplanung mit effizienteren Grundrissen. Hier ist die individuelle Prüfung der baulichen Gegebenheiten und Wünsche entscheidend.

Förderung nachhaltigen Bauens - die Gegenrechnung ist entscheidend.

Bei allen Beträgen, die als vermeintliche Mehrkosten des Bauprojekts anfallen, ist der Gesamtbetrag stets dem Förderhebel gegenüberzustellen. Dieser kann bundesweite Förderungen von KfW oder BAFA, genauso wie Hebel auf Landesebene oder kommunaler Ebene umfassen. Viele Bauherren wissen nicht, dass dieser die Kosten je nach Konstellation sogar deutlich übersteigen kann. Ein Beispiel aus einem Kita-Projekt zeigt, wie Mehrkosten von 120.000 Euro durch einen QNG-Zuschuss von über 190.000 Euro mehr abgedeckt wurden (Stand 2025). Unsere Illustration verdeutlicht dies noch einmal:

Wann genau wird der Mehraufwand wirtschaftlich darstellbar?

Grundsätzlich ist der individuelle Fall zu berücksichtigen, allerdings gibt es einige Paradesituationen, in denen eine wirtschaftliche Darstellung möglich wird:

  1. Öffentliche Auftraggeber/Bauherren: In diesem Fall sind Nicht-Wohngebäude betroffen, die sich in vielen Fällen über Zuschüsse refinanzieren lassen.
  1. Private Auftraggeber/Wohngebäude: Zinsgünstige Kredite und Sonderabschreibungen bei der Steuer lassen sich in vielen Fällen attraktiv miteinander kombinieren.

Speziell die Möglichkeit der steuerlichen Abschreibung wird von privaten Bauherren und Eigentümern unterschätzt. Diese werfen primär einen Blick auf den sich wandelnden Kreditmarkt und denken, aufgrund steigender Kreditzinsen wäre ein Kreditabschluss trotz Förderung nicht mehr lohnenswert. Unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung mit Veränderungen auf dem Zinsmarkt bleibt die Möglichkeit der Abschreibung bei vermieteten Immobilien oft unbekannt. Suchen Sie hier auf jeden Fall eine fundierte Beratung durch Ihren Steuerberater.

Ob öffentlicher oder privater Auftraggeber, in beiden Fällen ist eine möglichst frühzeitige Einbindung des Förderhebels in der Planungsphase wichtig. Neubau oder Sanierung, das gewählte System (DGNB, BNB, NaWoh, etc.) und die Art des Gebäudes sowie das angestrebte Qualitätsniveau des Zertifikats sollten ebenfalls früh abgeklärt und fixiert werden.

Eine zu späte Einbindung kann dafür sorgen, dass Fördermittel nicht mehr verfügbar sind oder sich das Gesamtprojekt verzögert. Hier hilft unsere digitale Plattform in Projektentwicklung, Audit und Planung weiter, damit Sie bereits in der Frühphase keine Zeit verlieren und es ohne Verzögerung zur geplanten Antragstellung kommen kann.

FAQ - Förderung

Klassische Förderprogramme von KfW oder BAFA werden zwar regelmäßig neu aufgelegt, können innerhalb eines Förderzyklus jedoch keine Gelder mehr übrig haben. Um dies in Ihrer individuellen Situation abzuklären, können unsere Experten von eeule für Sie einen Pre-Check über unsere Software durchführen. Mit unserer persönlichen, fachlichen Kompetenz gehen wir somit weit über das reine Angebot einer digitalen Plattform hinaus.

Nach aktuellem Stand lässt sich beispielsweise im KfW-Programm 297 für einen klimafreundlichen Neubau ein zinsgünstiger Förderkredit bis zu 150.000 Euro beantragen, ohne QNG liegt die Maximalsumme bei 100.000 Euro. Beachten Sie, dass sich die Förderbeträge und -konditionen im Laufe der Zeit verändern können, eine tagesaktuelle Überprüfung ist unerlässlich.

Die Vermarktung nachhaltig gebauter Immobilien

Die Refinanzierung des nachhaltigen Bauens über Förderkredite, Zuschüsse oder steuerliche Abschreibungen sind direkte Vorteile, die Sie während der Bauphase nutzen können. Langfristig profitieren Sie von einer höheren Wertstabilität der nachhaltigen Immobilie, verbunden mit einer erheblichen Reduktion der Betriebskosten.

Speziell bei der Vermarktung wird der Faktor Nachhaltigkeit von Eigentümern unterschätzt. Potenzielle Käufer oder Mieter haben ein zunehmendes Interesse an nachhaltigen Immobilien, um fortlaufende Energie- und Nebenkosten auf ein Minimum zu senken. Das QNG-Siegel geht jedoch weit hierüber hinaus und bestätigt beispielsweise auch gehobene Standards in der Barrierefreiheit des Gebäudes und vieles mehr. Zahlreiche Faktoren, die Ihre Immobilie zukunftsfähig und lukrativ machen.

Die Investition in Nachhaltigkeit macht sich somit für die Auswahl seriöser und finanziell potenter Käufer und Mieter bezahlt. Ein QNG-Siegel dabei zusätzlich für Vertrauen und zeigt, dass Ihnen als Bauherr oder Eigentümer eine etablierte Zertifizierung am Herzen liegt.

Fazit und abschließender Rat

Ob ein nachhaltiges Bauprojekt „teuer“ wird, lässt sich nie pauschal sagen. Zu groß ist die Bandbreite an Gebäudearten, Formen der Zertifizierung und dem ansetzbaren Förderhebel. Wichtig ist, möglichst früh Fördermöglichkeiten in die Planung einzubeziehen und durch ein geeignetes Zertifikat inklusive QNG die maximalen Fördersummen zu erhalten. Wer von Anfang an systematisch vorgeht, wird die anfallenden Mehrkosten so gering wie möglich halten. Anstatt alleine auf die Kosten zu schauen, nehmen Sie lieber mit Expertenhilfe eine Kosten-Nutzen-Betrachtung vor – unser Team hilft Ihnen gerne hierbei.

FAQ

Eine Studie des LEED zeigt, dass Bauherren ein entsprechendes Zertifikat als wertsteigernd erlebten und der Gebäudewert um mehr als 10 % stieg. Für alle Zertifikate der akkreditierten Zertifizierungsstellen, erst Recht mit QNG, lässt sich eine entsprechende Wirkung annehmen. Neben der finanziellen Komponente sorgt das Vorliegen eines Zertifikats oder staatlich anerkannten Siegels wie QNG zudem indirekt für Vertrauen bei potenziellen Käufern oder Mietern.

Die Bauprozesse an sich dauern nicht zwingend länger, ein Zeitfaktor ist jedoch die Erteilung des Zertifikats. Hier ist entscheidend, sich auf schnelle und digitale Abläufe verlassen zu können, um keine Zeit zu verlieren. Mit unserem digitalen Begleiter für förderfähige Immobilien schaffen wir die technische Basis, um einfach und effizient vorzugehen und Ihnen Dokumentation und Nachweis so einfach wie möglich zu gestalten.

Nein, über unsere digitale Lösung können Sie können Sie aus einer Vielzahl verschiedener Zertifizierungssysteme, wie DGNB, BNB, BiRN und LNB wählen, die die Anforderungen gem. QNG

inkludieren. Hierbei hilft Ihnen unser System sofort, die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Systeme zu erkennen und die entsprechenden Nachweise zu liefern. Hierbei hilft Ihnen unser Entwurf mit allen relevanten Anforderungen und Aufgaben.

Wir von eeule konzentrieren uns ausschließlich auf Zertifizierungssysteme, die sich mit der Sanierung von privaten oder gewerblichen Gebäuden befassen. Vielen Eigentümern ist nicht bewusst, dass eine solche nachträgliche Zertifizierung überhaupt möglich und sinnvoll ist. In den Systemen für eine Sanierung sind ähnlich wie bei Neubauten die Anforderungen gemäß QNG wieder inkludiert.

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